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13.07.18
Work-Life-Balance - Die neuen Arbeitszeitmodelle

Work-Life-Balance – Die neuen Arbeitszeitmodelle

Im Kampf um Fachkräfte müssen Unternehmen mittlerweile mehr bieten als nur einen sicheren 40-Stunden-Vollzeitjob. Ein gelungener Ausgleich zwischen Job und Freizeit soll es sein. Aber wie sieht der ideale Ausgleich aus? Ist es wirklich die 25-Stunden-Woche bei Vollzeit-Bezahlung, wie in einer IT-Firma in Bielefeld? Oder doch eher die Flexibilität auch mal Zuhause arbeiten zu können?

Individuell auf die Mitarbeiter eingehen

Jeder ist anders und jeder arbeitet anders. Deshalb gibt es nicht das eine Arbeitszeitmodell, das für alle Arbeitnehmer funktioniert.
Wichtig ist natürlich, dass die Arbeit, die gemacht werden, muss auch erledigt wird. Da kann es Betriebe geben, die haben kein Problem damit, dass ihre Mitarbeiter nicht jeden Tag in der Firma sind, sondern überwiegend von Zuhause arbeiten. Das geht aber nicht, wenn die Mitarbeiter Maschinen bedienen oder für Kunden da sein müssen. Doch sogar bei Metall- und Elektrobetrieben gibt es ab 2019 bundesweit das Modell der verkürzten Vollzeit. Die IG Metall hat durchgesetzt, dass Arbeitnehmer mit Kindern oder zu pflegenden Angehörigen ihre Arbeitszeit 6 bis 24 Monate lang auf bis zu 28 Stunden in der Woche reduzieren können. Wer möchte kann danach wieder Vollzeit arbeiten oder einen neuen Antrag auf verkürzte Vollzeit stellen.

Teilzeitkräfte sind effizient wie Vollzeitkräfte

Teilzeit zu arbeiten ist natürlich auch eine Möglichkeit. Allerdings hat diese Beschäftigungsform noch immer einen schlechten Ruf. Das Teilzeit-Modell ist geprägt vom Bild der berufstätigen Mutter, die dauernd ausfällt, weil ihr Kind krank ist. Die Vollzeit-Kollegen sind genervt, weil sie die Arbeit der Teilzeit-Kräfte mit erledigen müssen. Dabei gibt es Studien, die belegen, dass Teilzeitkräfte genauso effizient arbeiten, wie Vollzeitkräfte. („Motiviert, effizient, in Teilzeit“ Institut Personal & Organisation der FH Wien) Das hören die Vollzeit-Kollegen natürlich nicht so gerne. Wenn die Effizienz die gleiche ist, müsste es dann nicht auch das gleiche Geld geben? Noch hat ein Mitarbeiter in Teilzeit zwar den Freizeit-Vorteil, aber mit Blick auf die Rente einen finanziellen Nachteil. Er zahlt einfach nicht so viel ein, wie der Vollzeit-Kollege.

Neue Arbeitszeitmodelle auf dem Weg

Wahlarbeitszeit, so heißt ein neues Teilzeit-Modell. Hier wird ganz individuell geschaut, wieviel Stunden möchte der Mitarbeiter arbeiten. Das wird dann festgelegt für einen bestimmten Zeitraum. Die Stundenzahl kann aber immer wieder angepasst werden. Das Baukastenmodell aus der Baubranche wäre vielleicht auch interessant für den ein oder anderen produzierenden Betrieb. Dabei arbeiten die Mitarbeiter mehr, wenn es mehr Aufträge gibt oder weniger, wenn mal eine Flaute ist.
Wer bei gleichem Geld mehr Freizeit haben möchte, der muss auf einen flexiblen Arbeitgeber hoffen. 40 Wochenstunden müssen ja nicht unbedingt in einer festen Präsenzzeit abgeleistet werden. Vielleicht ist es ja auch möglich nachmittags dem Hobby nachzugehen, die Kinder abzuholen, den Hund auszuführen und sich danach nochmal Zuhause hinzusetzen und zu arbeiten.
Wer die Fachkräfte für sich gewinnen möchte, der muss etwas bieten. Dabei stehen flexible Arbeitszeiten bei vielen Arbeitnehmern ganz oben auf der Liste.

Für uns ist Teilzeit gar kein Problem – bilden Sie sich weiter mit der MeisterAkademie Graf in Teilzeit oder Vollzeit.