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03.08.18
Wie Unternehmen um Fachkräfte kämpfen

Fitnessraum, Kicker-Tisch und Co. – wie Unternehmen mit Benefits um Fachkräfte kämpfen

Auf der Suche nach einem neuen Job lesen Bewerber immer häufiger schon in den Stellenanzeigen von den Benefit-Möglichkeiten beim potenziellen neuen Arbeitgeber. Zu den Klassikern gehören mittlerweile schon das tägliche frische Obst, Firmenparkplatz oder Vergünstigungen für Freizeitparks, Restaurants oder ähnliches.

Unternehmen müssen aber immer kreativer werden, um aus der Masse herauszustechen und qualifizierte Fachkräfte auf sich aufmerksam zu machen. Vorbild ist die USA. Apple veranstaltet beispielsweise regelmäßige Bier-Parties für ihre Mitarbeiter. Der US-Konzern übernimmt für die Mitarbeiter sogar die Kosten für das Einfrieren einer Eizelle. Die Party-Idee wurde schon von dem ein oder anderen Start-Up in Berlin übernommen. Viel beliebter ist die amerikanische Idee den Mitarbeitern besonders schönen Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Das macht den Jobwechsel einfacher, vor allem in Ballungsräumen mit Wohnungsknappheit.

Die Zeitschrift Capital hat eine Rangliste mit den besten Benefits von deutschen Unternehmen veröffentlicht. Auf Platz eins ist ein Ökostromanbieter aus Hamburg. Dort gibt es gemeinsames Singen in der Mittagspause, Yoga-Kurse, drei Terrassen mit Grill und jede Menge Elektroautos,-roller und -räder, die die Mitarbeiter sogar privat nutzen dürfen. Außerdem einen Notfallkindergarten, falls die eigene Betreuung mal ausfällt und ein Kinder-Ferienprogramm. Auf Platz eins ist das Unternehmen gelandet, weil es so viele Benefits anbietet. Die Menge führt am Ende aber sicherlich nicht zur Zufriedenheit der Mitarbeiter, sondern der Blick auf die individuellen Bedürfnisse. Ein Mitarbeiter dem ein Dienstwagen zusteht, der aber keinen benötigt, freut sich vielleicht eher über den Zuschuss zum Fitnessstudio oder einen Ruheraum für den power nap in der Mittagspause.

Unternehmen, die noch keine Benefits anbieten, sollten also zu allererst eine Umfrage unter den Mitarbeitern durchführen. Denn was bringen Benefits, die keiner braucht und keiner nutzt?

Bei Gehaltsverhandlungen gehen Vorgesetzte übrigens gerne auf kleine Sonderwünsche wie Zuzahlungen zum Fitnessstudio etc. ein, denn besondere Sozialleistungen oder Sachbezüge brauchen Unternehmen oft gar nicht oder nur gering versteuern. Es lohnt sich also zu verhandeln und der Chef zahlt vielleicht lieber die Sonderleistung als ein höheres Gehalt.