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16.05.19

Aufwertung für Kraftfahrerberuf durch autonomes Fahren

Der Mangel an Nachwuchsfahrern ist in der Transport- und Logistikbranche derzeit so hoch wie noch nie. 60.000 LKW-Fahrer werden aktuell allein in Deutschland gesucht, heißt es vom Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung. Es wird sogar schon von einem drohenden Versorgungskollaps gesprochen. Wenn keine Fahrer gefunden werden, können keine Waren transportiert werden und darunter leidet dann die gesamte deutsche und europäische Wirtschaft.

LKW-Fahrer gilt nicht mehr als zukunftsfähige Ausbildung

Junge Menschen entscheiden sich in der Regel für einen Beruf, der gute Zukunftsaussichten hat. Bei der ständigen Diskussion um autonomes Fahren und den angeblichen Wegfall der LKW-Fahrer möchte natürlich kaum noch jemand eine Ausbildung in diesem vermeintlich unsicheren Beruf machen. Dazu kommt noch, dass der Alltag eines Berufskraftfahrers mit viel Stress, Übermüdung und gesundheitlichen Problemen durch das ständige Sitzen verbunden ist. Klingt eben nicht nach einem Traumjob.

Das autonome Fahren könnte den Beruf wieder aufwerten

Nach den Platooning-Tests auf der A9 zwischen Nürnberg und München steht für die Hochschule Fresenius, MAN Truck & Bus und DB Schenker fest: Bei den aktuellen technischen Möglichkeiten im Bereich autonomes Fahren werden auch in Zukunft noch LKW-Fahrer benötigt. Diese brauchen dann sogar spezielle technische Schulungen, was den Berufsstand des Berufskraftfahrers nach außen deutlich aufwerten würde. Das sagte Sabine Hammer, Professorin für Sozialforschung an der Hochschule Fresenius dem Magazin heise online.

Platooning LKW lassen noch auf sich warten

Das Fazit der Forschungsgruppe nach den Testfahrten der LKW-Züge fällt zwar positiv aus, allerdings rechnet der Vorstandsvorsitzende von MAN Truck & Bus nicht damit, dass digital vernetzte LKW-Züge vor 2023 in Massen in Europa unterwegs sein werden. Und auch dann werden, wie bereits erwähnt, weiterhin qualifizierte Fahrer und Fahrerinnen für die digital vernetzten LKW benötig. Denn auch im autonomen Laster-Zug kann es zu unvorhergesehenen Aktionen von anderen Verkehrsteilnehmern kommen, dann muss der Fahrer eingreifen.

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Foto: Michael Otto/Fotolia